Das rund 700 m lange „Wohnband“ wurde nach einem Entwurf des Lyoner Corbusier-Schüler René Gagès und des Berliner Architekten Volker Theißen erbaut und im Jahre 1968 fertig gestellt. Das Gebäude ist damit Deutschlands längstes zusammenhängendes Wohnhaus und erhielt den Spitznamen „Der lange Jammer“. Es erstreckt sich in zwei Abschnitten parallel zum Wilhelmsruher Damm. Der erste 6-geschossige Abschnitt (ca. 300 Meter lang) ist ca. 100 Meter vom Bürgersteig des Wilhelmsruher Damms zurückgesetzt. Der zweite 18-geschossige Abschnitt befindet sich direkt am Wilhelmsruher Damm östlich der Brücke am Einkaufszentrum. Der Komplex differenziert sich in niedrigere, die Horizontale betonende Gebäudeteile und in höhere, starke Vertikalität zum Ausdruck bringende Wohntürme. Während sich die dem Wilhelmsruher Damm zugewandte Nordseite mit relativ kleinen Fenstern eher abweisend und abgeschlossen präsentiert, erscheint die einem alten Eigenheimgebiet zugewandte Südseite mit Balkonen und großen Fenstern locker aufgegliedert. In den 977 Wohnungen der 6- bis 18-Geschosser findet man eine große Vielfalt an Wohnungsgrößen und 23 verschiedene Grundrissvarianten Die Vielzahl verschiedener Wohnungstypen in diesem Bauriesen reicht vom 36 m² großen Einzimmerappartement bis zur 106 m² großen Vierzimmerwohnung.
Bereits in den 80er Jahren fanden in dieser Wohnanlage verschiedene Wohnumfeldmaßnahmen, insbesondere an den Hauseingängen zur Verbesserung des Erscheinungsbildes, statt. Die neuen gläsernen Vorbauten gliederten die langen Fassaden in räumliche, individuelle Abschnitte. Außerdem waren die Eingangshäuser nun vom Wilhelmsruher Damm aus erkennbar und direkt zugänglich – eine bessere Orientierung und Auffindbarkeit war die positive Folge. Durch die geschwungenen, transparenten Baukörper wurde die Eingangszone belebt. „Wir wollten für diese große, strenge und klare Architektur des Wohngebäudes … großzügige und klare, neue Hauseingänge schaffen, die gleichzeitig völlig individuell, mit formaler Fröhlichkeit und Eleganz die Qualität der vorhandenen Architektur betonen …“, so Thomas Darboven, einer der an den Umbaumaßnahmen beteiligten Architekten.
Im Originalzustand zeigte die Fassade Sichtbeton mit roten und blauen Farbbändern. Im Zuge der Wohnumfeldverbesserungen erhielt sie einen grau-weißen Anstrich und anthrazitfarbene Fensterbänder. Nach dem neuen Anstrich erhielt der „Lange Jammer“ einen weiteren Spitznamen: „Champagner-Burg“.
Im Zuge der Modernisierung im Jahre 2011 wurde die Gestaltung der pavillonartigen Hauseingänge nicht verändert. Jedoch wurde die farbliche Fassadengestaltung des Originalzustandes aus den 60er Jahren wieder aufgegriffen und mit warmen Farbtönen neu interpretiert.
Die Wohnanlage 907 liegt auf der südlichen Straßenseite des Wilhelmsruher Damms. Im Osten wird sie vom Dannenwalder Weg und im Westen von der Postbrücke begrenzt. So bildet sie mit ihren Fassaden einen schönen Rahmen um den Stadtplatz, der mit seinem Faunbrunnen, einem Kinderspielplatz und Bouleplatz ein beliebter Treffpunkt für Alt und Jung ist. Ihr gegenüber, auf der anderen Seite des Wilhelmsruher Damms, ist das Märkische Zentrum gelegen, die größte Einkaufsmeile im Norden Berlins. Hier finden sich alle erdenklichen Einkaufs- und Dienstleistungsangebote nur wenige Gehminuten entfernt vor der Haustür. Wenn man von den Wohnungen in Richtung Stadtmitte schaut, blickt man auf grüne Mietergärten, Einfamilienhäuser und in der Ferne auf den Fernsehturm am Alexanderplatz.

E-Mail: neues-mv@gesobau.de
Telefon: (030) 4073-1111
GESOBAU AG
Wilhelmsruher Damm 142
13439 Berlin
Wilhelmsruher Damm 103-157 (ung.)